Asados

Asados


Das stolze Argentinien bildet mit seinen ausgedehnten Weide- und Ackerflächen, dem günstigen Klima und der langen Küstenlinie die Kornkammer Südamerikas. Durch die ab 1536 einsetzende spanische Kolonisierung Argentiniens und den nachfolgenden Einwanderungswellen aller möglichen nord-, west- und südeuropäischen Emigranten bildete sich zusammen mit den indigenen Einflüssen eine hochinteressante Küchenkultur heraus, deren Einzelbestandteile sich für den Reisenden in Argentinien wunderbar ergänzen.



Asado, das traditionelles Festessen

Natürlich steht das rural anmutende „asado“ immer noch im Mittelpunkt eines traditionellen Festessens: Eine Auswahl von Rind-, Lamm-, Hühnchen und Schweinefleisch wird grob zerteilt auf einem Grillgestänge befestigt und an - nicht auf - einem offenem Feuer gegrillt. Es wird dem Gast vom „asador“ - dem Grillmeister - in festgelegter Reihenfolge serviert. Nach den gegrillten „chorizo“ (Würste aus Schweine- und Rindfleisch mit sehr viel Paprika, oft zu Schnecken gerollt) und „morcilla“ (Blutwürste), folgen die „costillas“ (Rippchen) dann die Steaks.

Eine besondere Leckerei sind die „matambres“, gegrillte Rouladen mit einer Füllung aus Gewürzen und Kräutern. Schließlich wird das feinere Fleisch aufgetragen - vom exzellenten Filet im Ganzen oder als Steak, über die mageren, aber sehr saftigen Hüftsteaks bis zu den beeindruckenden T-Bone-Steaks.

Nebenbei werden auf einem extra Grill die „verdurajo fritas“ bereitet, diverse Gemüse wie Spargel, Aubergine, Mais, Kartoffeln, Paprika und Fenchel, die mit Kräutern wie Petersilie oder Koriander gewürzt werden. Beliebt sind auch die „humitas“, die mit einem Teig gefüllten Maiskolbenhülsen. Ähnlich wie bei einem deutschen Grillabend stehen auch hier die verschiedensten kalten Beilagen bereit: Einfache Salate aus Tomaten, Gurken und Kartoffeln genauso wie würzige Soßen und Dips und natürlich frisches Weißbrot.



Der richtige Tropfen zum Asado

Ein Asado wird in den feineren Steakhäusern in Buenos Aires mit derselben Hingabe zelebriert wie auf einem Familienfest in den Vororten oder den Haziendas tief im Süden. Immer dabei ist einheimisches Bier („cerveza“ bzw. „birra“), ein guter argentinischer Rotwein aus der „Mendoza“-Provinz und eine Flasche hochprozentiger Brandy („caña“) sowie mindestens ein süßer Likör wie der „esperidina“ (Orangenschalenaroma). Als nichtalkoholisches Erfrischungsgetränk ist Mate-Tee heiß und kalt allgegenwärtig.