Grillen
Mit einer Prise Indien und Holland
Ebenso vielfältig wie die kulturellen Einflüsse auf der indonesische Insel in der Vergangenheit ist die Vielzahl der auf Bali traditionell zubereiteten Speisen und Getränke. Schließlich brachte jede Volksgruppe, die sich auf Bali niederließ, ihre eigene Kochkultur mit und übernahm zu Teilen die anderen Bräuche. Sehr alte indische Einflüsse verschmolzen mit den javanischen, chinesischen und holländischen. Aufgrund der extrem fruchtbaren Vulkanböden und den für viele Pflanzen, insbesondere den Reis, perfekten Wachstumsbedingungen, aber auch dank erfolgreicher Tierzucht, den fischreichen Küstengewässern und der ausgeprägten Geselligkeit der Balinesen entwickelte sich eine praktisch unüberblickbare Menge an Gerichten - sehr gut für alle Bali Reisenden!
Selbst die bei großen festlichen Anlässen aus immerhin bis zu 350 verschiedenen Gerichten bestehende „Rijstaffel“ (Reistafel) repräsentiert nur einen Bruchteil davon. Ähnlich wie in Südindien werden die Gerichte dabei auf einem großen Bananenblatt zusammengestellt. Aber anders als in Indien wird der Hauptaugenmerk auf Fleisch und Fisch gelegt. Auch den balinesischen Brahmanen ist der Fleischverzehr außerhalb der Fastenzeit gestattet.
Die Rijstaffel – Augenschmaus und Gaumenfreude
Als Höhepunkt gilt bei einer Rijstaffel auf Bali meistens ein „Babi guling“, ein gegrilltes mariniertes Spanferkel. „Bebek betutu“ oder „Ayam betutu“, in Bananenblatt gewickelte und in einer Holzkohlegrube gegrillte Ente bzw. Huhn, bilden zwei weitere der festlichen Spezialitäten. Auch diverse Satays (Fleischspieße), die auf Zitronengrass aufgespießt und dann gegrillt wurden, sind fester Bestandteil des Festmahls.
Das Fleisch wurde vor der Zubereitung - typisch südostasiatisch - meist salzig-sauer mariniert. Nach dem Grillen wird es mit den würzigen Zutaten wie dem Sambal, einer Chili-Knoblauchsoße mit Krabbenpaste, bestrichen. Ayam panggang, gegrilltes Huhn, schmeckt zum Beispiel hervorragend mit einem leicht süßen Sambal. Als Hauptbeilage – und eigenständige Köstlichkeit – gilt selbstverständlich der einheimische Duftreis, der seinen Namen nicht umsonst trägt. Frische Salate, leichte Suppen und allerlei gegrillte, gekochte und frittierte Gemüse wie Auberginen, Mais und Kürbis runden eine solche Tafel ab.
Als Bali-Reisender muss man unbedingt die frischen Fruchtsäfte probieren, gegen Abend kann man sich ja durchaus den einen oder anderen Tropfen Alkohol untermischen lassen


