Reis
Reis - mit und ohne Biss
Während die Bewohner der drei östlichen Provinzen Jiangsu, Shanghai und Zheijang durch die fruchtbaren Flussmündungen bis zu drei Ernten pro Jahr einfahren, sind weite Teile des Landesinneren im Westen Chinas nur eine trockene Bergsteppe. Entsprechend einfach sieht in den Provinzen Gansu, Ningxia und Xinjiang dann auch der Speiseplan der meist muslimischen oder buddhistischen Hirten aus. Allerdings machen sich hier die Auswirkungen der durch diese Gebiete führenden Seidenstraße bemerkbar: Das traditionelle Lamm oder die Ziege wird mit eigentlich für die persische oder Moghul-Küche typischen Methoden, Zutaten und Gewürzen gegrillt. Hier kommt auch der sonst für China untypische Joghurt zum Einsatz, um etwa Fleischspieße zu marinieren oder um Erfrischungsgetränke herzustellen.
Eine Besonderheit der Gansu-Küche ist die Verwendung von sehr intensiv schmeckender Yak-Butter. Die Butter kommt dabei nicht in das Essen, sondern in den Tee, der damit etwas gewöhnungsbedürftig schmeckt. Aber er hält warm, schließlich ist das das Ziel in dieser hochgelegenen und windigen Region. Dazu werden kurze Nudeln mit gebratenem Yak-Fleisch, Ei und Tomaten serviert – ein Gericht, das eindeutig denselben Zweck wie der Tee verfolgt. Nichts für Feinschmecker, aber es stärkt den Überlebenswillen - bis man zu den leckersten Wassermelonen der Welt nach Xinjiang kommt…
Kontrastprogramm – der fruchtbare Osten
Ganz anders präsentiert sich der Osten des Landes Komplette Mahlzeiten können aus einem einzigen Reisfeld gewonnen werden – der Reis selbst in allerlei Variationen als pikante Reisbällchen, süßer Reispudding, Wein oder einfach pur als duftende Beilage. Die in den Reisfeldern gehaltenen Enten landen oftmals als gegrillte Hauptmahlzeit auf den Tellern, die darunter schwimmenden Karpfen landen in der scharfen Suppe, die an die Felder grenzenden Maulbeerbäume liefern die süßen Früchte für Liköre und Süßspeisen. Allerlei Muscheln, Garnelen und Fische, die vor der Küste gefangen werden, ergänzen den Speiseplan. Sehr kreativ zubereitete Tofu-Gerichte imitieren auch für Vegetarier täuschend echt – nicht nur optisch - Fleisch und Fisch. Die teils deftigen Gerichte werden gerade in südlicheren Regionen leicht mit Palmzucker gesüßt und mit frischen Frühlingszwiebeln garniert serviert.


