Currys

Bunte Currys


Die Südspitze des indischen Subkontinents besteht aus den beiden Bundesstaaten Kerala und Tamil Nadu. Besonders in Kerala, der berühmten Malabar- oder „Pfefferküste“, bildete sich durch die historisch gewachsene religiöse Diversität der Bevölkerung – Moslems, Hindus, syrische und portugiesische Christen – eine für Reisende hochinteressante Küchenkultur heraus.



Das in den indischen Currys ansonsten kaum oder eher spärlich enthaltene Fleisch wird hier zum Mittelpunkt des Essens. Natürlich werden aber auch aus Gemüse, Eiern und sogar Obst sehr leckere Currys gekocht. Denn ungeachtet der verschiedenen Religionen hat sich auch hier das ayurvedische Prinzip in der Küche verankert, nach dem in einem Essen oder Menü ein Ausgleich zwischen scharf, süß, mild und sauer erfolgen muss, um einen gesunden Körper und Geist zu entwickeln und zu pflegen.

Ein Augenschmaus: Sadhya

Berühmt im Süden Indiens ist das „Sadhya“, ein auf einem sehr großen, saftig-grünen Bananenblatt ausgelegtes Festmahl aus bis zu 24 Portionen verschiedenster Gerichte. Flüssigere Gerichte wie die Rasam-Suppe (ähnlich einer Mulligatawny) oder das „Dum Biryani“ (eine Art Risotto mit Fleisch) werden darauf in Schälchen aus Blattwerk oder Keramik serviert. Besonders in der Küstenregion dominieren natürlich Garnelen, Tintenfisch und größere Einzelfische, die häufig mit einem roten Pulver eingefärbt und gegrillt werden. Im arabisch beeinflussten Norden Keralas werden bevorzugt Currys aus Lamm, Geflügel und Rind serviert, die mit Kokosmilch gekocht und dabei mit Tamarinde leicht gesäuert wurden.
Die Christen Keralas schließlich bereiten, wie auch in Goa, ihre „Vindaloos“ aus Schweinefleisch zu, die mit roten Chilies, viel Knoblauch und etwas Essig höllisch scharf gewürzt wurden.



Allgegenwärtige Beilage ist der in Südindien angebaute Reis, der aber in vielen Variationen auf den Tisch kommt: Gekocht, gebraten, frittiert in kleinen Bällchen und in Form kleiner Küchlein aus Reismehl kommt er auf den Tisch. Besonders als Nachtisch und als Teil des reichhaltigen Kerala-Frühstücks werden kleine Reisgebäcke zusammen mit vollreifen, mit Palmzucker gesüßten Bananen gereicht. Dazu eine frische Kokosnuss und ein heißer arabischer Kaffee und der Tag kann beginnen.