Weine
Wein sollte dabei sein
Die südlichsten und östlichsten Weinbaugebiete der Welt liegen in Neuseeland, den beiden dünn besiedelten, zusammen etwa Italien-großen Inseln weit vor der Pazifikküste Australiens.
Erst mit dem Einsetzen des Goldrauschs um etwa 1860 wurde neuseeländischer Wein an der Hawke’s Bay und rund um Auckland in nennenswertem Umfang produziert. Dieser Goldrausch zog später unter anderem slowenische, kroatische und französische ehemalige Weinbauern an, die sich an verschiedenen Stellen der beiden Inseln niederließen und begannen, einfache Tafel- und Portweine zu produzieren.
Durch eine rigide Prohibition schlief der Weinbau aber bis zum Beginn der 1970er Jahre ein. Erst seitdem wird wieder mit wissenschaftlichen Methoden nach Anbaugebieten, Weinbaumethoden und den richtigen Rebsorten geforscht. Die seitdem erzielten Ergebnisse können sich besonders im Bereich des Sauvignon Blancs, des Chardonnays und des Spätburgunders (Pinot Noir) mittlerweile quantitativ und vor allem qualitativ auf der Weltbühne sehen lassen.
Die Wachstumsbedingungen sind durch das weitgehend maritime und windige Makroklima rund um den 40. Breitengrad nicht einfach - die hohe Sonneneinstrahlung, der mineralische Boden und natürlich eine gehörige Portion Pioniergeist machen diesen Umstand aber wieder wett.
Central Otago – das Burgund am anderen Ende der Welt
In der aktuell boomenden Weinbauregion „Central Otago“ auf der Südinsel wurden tatsächlich Pflanzlöcher in den dunkelgrauen Schiefer der Kawarau-Schlucht gesprengt – soweit zum Thema Pioniergeist der Winzer Neuseelands. „Mount Difficulty“, der Name eines der etablierten Weingüter, spricht Bände. Die dortigen Reben werden künstlich bewässert und müssen zwar um jedes bisschen Nährstoff kämpfen, gleichzeitig wärmt aber der fast nackte Fels und erzeugt ein ideales Mikroklima.
Dazu herrscht durch die wind- und regengeschützte Lage ein echtes kontinentales Klima, untypisch für Neuseeland, aber ähnlich wie im Burgund. Das und die Bodenzusammensetzung lässt einen Wein entstehen, den Weinkritiker als das Neue-Welt-Äquivalent zum echten Pinot Noir aus dem Burgund sehen. Komplexe Aromen, fruchtige Noten, betonte Säure, die wiederum ganz typisch für die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht in der Reifephase sind, zeichnen diese Weine aus.
